Der Urmensch
Der Neandertaler
seine Höhlen, Seine Rastplätze
und seine Werkzeuge.
Einführung
Anatom Hermann, der als anerkannter
Wissenschaftler die Skelettfunde
der Fachwelt vorstellte.
Leider reagierte die deutsche Fachwelt nur ablehnend hierauf.
Rudolf Virchov, einer der bedeutesden deutschen Wissenschaftler seiner Zeit interpretierte als Anatom und Pathologe die fossilen Menschenknochen
Als krankhafte Deformation und verwarf durch seine Autorität die These des Urmenschen.
Bis zu seinem Tode wurden alle weiteren
Diskussionen unterbunden, auch als man später in Europa weitere Schädel- und Skelettreste fand, die große
Ähnlichkeiten mit dem Fund aus dem Neandertal hatten.

Mit der Übersetzung der Fundbeschreibung von Fuhlrott
und Schaaffhausen ins Englische im Jahre 1861 wurde die Diskussion um den Neandertaler schließlich auf ein
nationales Niveau gehoben.
Der englische Geologe
Charles Lyell besuchte zusammen mit Fuhlrott das Neandertal, erstellte eine Profilskizze des heute zerstörten Tals mit der Fundstelle der Feldhofer Grotte und bestätigte Fuhlrott`s Interpretation der fossilien,
menschlichen Knochenfunde. William King aus dem irischen Galway legte schließlich 1864 fest, dass es sich hierbei um eine neue menschliche Spezie mit Namen Homo neandertathalensis handelt.

Weitere Funde vergleichbarer menschlicher Knochenfossilien aus England, Frankreich, Belgien und Kroatien, z.T. in Verbindung mit eiszeitlichen Steinwerkzeugen und Ritzzeichnungen auf Mammutelfenbein
räumten dann alle Zweifel an der Echtheit eines neu entdeckten Urmenschen aus. Inzwischen gilt der Neandertaler als der best erforschteste Urmensch.
Als typisch europäische Menschenform lebte er zur Zeit der letzten Zwischeneiszeit im Mittelpaläolithikum von ca. 130.000 v. Chr. Bis ca. 30.000 v. Chr. Fuhlrott`s Neandertaler
wird heute auf ein Alter von ca. 42.000 Jahren datiert.
Nach DNA-Analysen stammt er wahrscheinlich vom Homo
heidelbergensis ab, wird jedoch nicht in der direkten Linie als Vorläufer unseres modernen Menschen, des Hono sapiens
gesehen. Ein kurzzeitiges Miteinanderleben des modernen Menschen und des Neandertalers ist jedoch sehr wahrscheinlich.

Über Jahrzehntausende durchstreifte der Neandertaler die Grassteppen, Tundra- und Waldlandschaften des westlichen Eurasiens.






Der Orginalfund
des Neantertalers
Die Kakushöhle im Kartsteinfelsen ist eine der größten begehbaren natürlichen Höhlen in der Nordeifel. Am Kartstein haben sich schon vor 300.000 Jahren urzeitliche Menschen aufgehalten. Auch Neandertaler, Kelten und Römer haben hier ihre Spuren hinterlassen.
Der Felsen bietet einen einzigartigen Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Ein Themenrundweg mit Informationstafeln zeigt die Besonderheiten von Kartstein und Kakushöhle.
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Die Entwicklung
Der Oberkasseler Steinzeit-Mensch Spuren menschlicher Anwesenheit finden sich in der Bilstein-Kulkturhöhle I erst mit dem Einsetzen der Metallzeiten - auch das ein Phänomen, das in vielen Höhlen im Sauerland gleichermaßen zu beobachten ist. Der älteste Fund dieser Epochen kann der sogenannten Glockenbecherzeit (ca. 2500 - 2200 v. Chr.) zugeordnet werden. Es handelt sich dabei um einen kleinen kupfernen Dolch, der ganz typisch für diese Kultur ist. E. Carthaus hatte sich bei der Einschätzung dieses Fundes gründlich verschätzt, als er annahm, es handle sich dabei um eine Pfeilspitze aus dem frühen Mittelalter.
Auf eine Begehung der Höhle am Ende der Bronzezeit weist ein Tongefäß hin, daß der Urnenfelderzeit (um 800 v. Chr.) zuzurechnen ist. Diese Epoche der Urgeschichte ist im Sauerland äußerst dürftig belegt. Die bekannte Bronzeamphore von Gevelinghausen - von Prof. A. Jockenhövel als das schönste Bronzegefäß Deutschlands bezeichnet - ist zwar etwa um die gleiche Zeit hergestellt worden, jedoch sicher nicht im Sauerland. Dieses prächtige Gefäß wurde als Urne für eine Brandbestattung benutzt, wobei die C-14-Datierung des Leichenbrandes und der Holzkohle ein fast 200 Jahre jüngeres Datum erbrachte. Ein derart wertvolles Bronzegefäß kann durchaus 200 Jahre im Gebrauch gewesen sein, was für ein kleines, schmuckloses Tongefäß nicht denkbar ist. Das Zylinderhalsgefäß aus der Bilsteinhöhle stellt also den einzigen Beleg für die Anwesenheit des Menschen zur Urnenfelderzeit im nördlichen Sauerland dar.
Nicht wenige archäologische Funde wurden im Bereich von Oberkassel gemacht. Am bekanntesten ist der sog. Oberkasseler Mensch. Im Februar 1914 wurde in dem Steinbruch am Stingenberg ein Doppelgrab mit den Skeletten eines etwa 50 jährigen Mannes und einer 20-25jährigen Frau entdeckt, die von größeren flachen Basaltblöcken bedeckt gewesen waren. Die Leichname waren mit Rötel überpudert und hatten als Beigabe geschnitzte, figürlich verzierte Knochengeräte erhalten. Art und Beschaffenheit der Fundstelle ließen keinen Zweifel daran, dass es sich bei diesen Doppelgrab um eine Bestattung handelt.

Das Alter derselben könnte wohl nur von Spezialisten ermittelt werden. Wenn Vermutungen Raum gegeben werden darf, so wäre vielleicht die Annahme nicht von der Hand zu weisen, dass man es hier mit Bewohnern einer am Bergabhang gelegenen Hütte zu tun hat, die durch herabstürzendes Gestein den Tod fanden. Unter dem Schädel des weiblichen Skeletts fand man einen sehr gut erhaltenen etwa 20 cm langen Haarpfeil, der an einem Ende in die Form eines deutlich erkennbaren Pferdekopfes ausläuft. Sämtliche Steine, die um die Skelette lagerten, wiesen eine karminrote Färbung auf. Mit Hilfe der Beigaben konnten die Ur-Oberkasseler der Kultur des Magdalénien, der letzten Zivilisation des Eiszeitmenschen zugeordnet werden. Es ist die Zivilisation, die verbunden ist mit den berühmten Höhlenmalereinen in Frankreich und Spanien. Man kann annehmen, dass es bei diesen Menschen zu größeren Stammeinheiten gekommen ist. Vermutlich hatte eine Gruppe von ihnen hier einen Lagerplatz, bei dem man die Toten begrub.
Das in Jahrmillionen der Erdgeschichte von Nebenläufen der Lörmecke ausgespülte Felsmassiv des „Hohlen Steins" erhebt sich südwestlich von Kallenhardt. Bei Ausgrabungen in den 30er Jahren stieß man in den zwei Höhlenbereichen auf Funde aus unterschiedlichen Zeitepochen seit der letzten Eiszeit. Die menschlichen Spuren reichen zurück bis in die Wander- und Siedlungsphasen der Zeit um 10.000 v. Chr. Einige rätselhafte Funde haben die Höhle mit geheimnisvollen Sagen und Legenden umrankt, die u.a. in die vielfältige Nibelungenforschung eingeflossen sind.
Das Felsmassiv "Hohler Stein" (am Flüßchen "Lörmecke") ist heute Wander- und Ausflugsziel für zahlreiche Erholungssuchende. Die Geschichte dieser Höhle reicht jedoch weit zurück in die Frühgeschichte der Menschheit. So haben rätselhafte, eiszeitliche Funde bei Ausgrabungen in den Jahren nach 1920 dafür gesorgt, daß sich zahlreiche Mythen und Sagen um den "Hohlen Stein" ranken. Ohne Zweifel reichen die menschlichen Spuren an diesem Ort zurück bis in die frühen Siedlungs- Völkerwanderungsperioden der Menschheit um 10.000 v.Chr..

Einige Funde haben u.a. Einfluß auf die Nibelungenforschung genommen. Sie sind in Museen in ganz Westfalen und darüber hinaus zu sehen. Am "Hohlen Stein" befindet sich außerdem der Einstieg in ein weitverzweigtes Höhen- und Gängesystem, das noch weitgehend unerforscht ist
.
Höhlen im Hönnetal
Menden/Sauerland
Zur Zeit des Neandertalers, in der Mittleren Altsteinzeit, diente die Höhle zum ersten Mal mobilen Jägergruppen als Lager. Wie intensiv die Höhle in der Weichsel-Eiszeit genutzt wurde, ergaben seit den 1920er Jahren mehrere archäologische Untersuchungen. Zu dieser Zeit waren weite Teile der Höhle bereits ausgeräumt und die sich darin befindlichen archäologische Funde enthaltenden Sedimente zerstört.

Durch tiefe Grabungsschnitte im Eingangsbereich der Höhle wurden vor allem im Jahre 1939 (Bernhard Bahnschulte) die Schichten von über sieben Wohnphasen aus der mittleren Altsteinzeit erschlossen. Sie setzten mit dem späten Acheuléen vor rund 100.000 Jahren ein und reichten über das entwickelte Micoquien von rund 75.000 Jahren bis zum Moustérien vor rund 40.000 Jahren.

In den Fundinventare aus dem älteren Abschnitt der Weichsel-Eiszeit lassen sich nach eingehenden wissenschaftlichen Untersuchungen bestimmte Techniken erkennen. Sie geben Hinweise auf Entwicklungsstufen und eine Besiedlung durch Menschengruppen, die unterschiedliche Techniken bei der Bearbeitung von Steinwerkzeugen benutzten. In den letzten Jahren konnten durch neuere Forschungen auch zahlreiche Werkzeuge aus Knochen und Mammutelfenbein in den alten Grabungsfunden festgestellt werden. Leider wurden die Knochenfunde bei der Grabung im Jahre 1939 nicht sorgfältig eingemessen, beschriftet und den jeweiligen Fundschichten zugeordnet.

Die oberen Fundschichten in der Höhle, die aus der Jüngeren Altsteinzeit über die Mittelsteinzeit bis zur vorrömischen Eisenzeit stammten, wurden bereits im 19. Jahrhundert zerstört; die fundhaltigen Sedimente gelangten als Dünger auf die umliegenden Felder.

Haltener See
Vor 2.000 Jahren gab es auf dem Gebiet der heutigen Stadt Haltern im Kreis Recklinghausen fünf römische Militäranlagen. Die Ergebnisse aus 100 Jahren archäologischer Forschung sind heute im Westfälischen Römermuseum zu erleben. Unter spitzen Glasdächern, die an die römischen Zelte erinnern, präsentiert das Haus viele verschiedene Funde aus den Römerlagern an der Lippe. Dazu gehören Lanzen, Helme und Schilde, alte Münzen, Handwerkszeug, ein Töpferofen, Spielsteine, Modelle der rekonstruierten Militäranlagen oder von den Besuchern benutzbare Rekonstruktionen wie das schwere Marschgepäck eines
Soldaten.
Balver Höhle
Der Ursprung der wegen ihrer enormen Größe Felsendom genannten Höhle liegt etwa 380 Millionen Jahre zurück. In dem Meer, das damals die Region überspülte, hatte sich der Kalk gewaltiger Korallenriffe am Boden abgelagert. Während der alpinischen Gebirgsbildung 220 Millionen Jahre später kam es zu Rissen, Spalten und Verwerfungen in dem brüchigen Gestein; das gesamte Hönnetal wurde löchrig wie ein Schweizer Käse. Ein Käse mit vielen Schätzen, denn seit Beginn der archäologischen Grabungen 1843 fanden sich allein in der Balver Höhle etwa 53.000 Artefakte aus sieben menschlichen Siedlungsepochen sowie Überreste von Tieren. Darunter der mit 4,4 Metern Länge drittgrößte Mammutstoßzahn, der je gefunden wurde.
Feldhof Höhle
Viele Höhlen des Hönnetals wurden in der Frühgeschichte von Menschen und Tieren zu ihrem Schutz aufgesucht. In der Balver Höhle und auch der Feldhofhöhle sind zahlreiche Werkzeuge des Menschen der Stein- und Bronzezeit gefunden worden. Die Reckenhöhle war keine dieser Kulturhöhlen, dazu fehlte ein größerer Eingang.
Es wurden in der Reckenhöhle zwar auch Tonscherben, Höhlenbärenknochen und ein ganzes Skelett eines Bären gefunden, doch sind diese wahrscheinlich durch das Wasser hineingeschwemmt worden. Das Skelett des Höhlenbären steht heute im Mendener Heimatmuseum. Was einige der noch mit Lehm und Steinbrocken gefällten Seitengänge der Höhle bergen, ist noch nicht erkundet.