Fossile Zeugen aus der Zeit des Eifeler Meeres

In der "Alten Schmiede" in Nettersheim wurde eine Ausstellung versteinerten Seegetiers eröffnet

Nettersheim - Die Eifel lag einmal auf dem Grund eines Meeres. Das ist zwar nun schon rund 370 Millionen Jahre her, Spuren der einstigen Unterwasserwelt sind aber noch heute zu finden. Einige davon sind in Form einer Fossilienausstellung in der Nettersheimer "Alten Schmiede" zu sehen.

Die am Freitag neu eröffnete Ausstellung fossiler Meerestiere ergänzt als vierter Teil die bereits bestehenden Ausstellungen "Fossilien", "Geschichte der Paläontologie" und ,,400 Millionen Jahre Wald" im Informationshaus "Alte Schmiede" gleich neben der Bücherei in der Bahnhofsraße. In großen Glasvitrinen sind im Erdgeschoß nun die versteinerten Überreste von Korallen, Schnecken, Tintenfischen, Brachiopoden und Seeigeln ausgestellt.

Von Jungheim betreut

Der Zeitraum, aus dem die Tiere stammen, reicht vom Devon bis zur Gegenwart. Dabei werden allerdings große Sprunge gemacht; die Ausstellung erhebt aber auch nicht den Anspruch, lückenlos die Entwicklung dieser Meereslebewesen nachzuvollziehen. Vielmehr will sie einen Einblick in den Lebensraum Meer geben, der vor so langer Zeit in der Eifel vorzufinden war. Mit Unterstützung der Gemeinde Nettersheim soll es schon bald einen Katalog zu der Ausstellung geben.
Hans Josef Jungheim, der die historischen Ausstellungen in der „Alten Schmiede" betreut, erhielt die Exponate von dem Troisdorfer Sammler Eric Bonn. Jungheim arbeitet mit Bonn schon seit einigen Jahren zusammen und hat mit ihm zusammen einige mehrmonatige Ausstellungen organisiert. Bei einem gemeinsamen Besuch des Blankenheimer Museums entschloss sich Bonn, einen Teil seiner Fossilien für eine Dauerausstellung zur Verfügung zu stellen. Mit Unterstützung der Gemeinde Nettersheim konnte diese nun realisiert werden.
Den rund 50 Gästen, die zur Eröffnung gekommen waren, präsentierte Jungheim auch sein neuestes Buch "Die Eifel", in dem alle in der Eifel anzutreffenden Fossilien beschrieben werden und die über hunderte Millionen Jahre reichende Entwicklung dieser Gegend nachvollzogen wird. Ein großer Teil des Buches behandelt die einstige Meereslandschaft.
Werner Weidert vom Goldschneck-Verlag, in dem das Werk erschienen ist, lobte vor allem die laiengerechte und verständliche Vermittlung des Stoffes. Auch Nettersheims Bürgermeister Helmut Schmitz und Gemeindedirektor Hermann-Josef Mießeler begrüßten die Gäste in dem kleinen Museum und dankten vor allem Hans Josef Jungheim, Eric Bonn und der die Ausstellung wissenschaftlich betreuenden Diplom-Geografin Elke Schmitz für ihr Engagement, durch das die nun vollständige Ausstellung in der "Alten Schmiede" erst ermöglicht wurde. (apü)


21.10.1996 Kölner Stadt-Anzeiger Nr.245