Seelilien (Crinoiden) gehören zu dem Stamm der Echinodermen und sind somit verwandt mit Seeigeln und Seesternen
Die Seelilien treten seit dem Ordovizium auf und leben heute ca. noch in dem Tiefseebereich südlich des Äquators (Lebende Fossilien). Währenddessen der mittleren Trias trat die Seelilie in dem mitteleuropäischen Flachmeergebiet (Germanische Becken) so massenhaft auf, daß sie gesteinsbildend wurde (Trochitenkalk).
Die meisten Seeliliearten sind mit einem Stiel am Meeresboden befestigt und tragen am oberen Ende einen mit Plattenkränzen aufgebauten Kelch, welcher den Weichkörper des Tieres schützt. Vom Kelchrand aus verzweigen sich fünf Arme (fünfstrahlige Symmetrie), die an ihrer Unterseite mit Härchen versehen sind. Mit ihrer Hilfe dieser Wimpern wird Plankton gefiltert und in den Mund befördert.
Neben den festsitzenden Formen kommen auch frei schwimmende Seelilien vor. Währenddessen der schwarzen Jura gab es z.B. aufgrund der lebensfeindlichen Verhältnisse (Sauerstoffmangel) in tieferen Meeresbereichen ca. frei schwimmende Seelilien. Sie lebten entweder in Kolonien an Treibhölzer angeheftet oder als Einzeltiere.
Der Stiel besteht aus einzelnen Stielgliedern (Trochiten), die in der Mitte einen Nervenkanal besitzen. In der vorchristliche Zeit wurde u.a. in Mitteleuropa bei fossilen Trochiten der ehemalige Nervenkanal wieder freigebohrt und die einzelnen Glieder zu einer Halskette aufgefädelt. Bei den Germanen galten die Trochiten als Zeichen der Tapferkeit. In dem Zuge der Christianisierung musste die Bevölkerung ihre Trochiten abgeben (Bonifatiuspfennige). Trochiten wurden nachweislich bis in das 18. Jahrhundert als Heilmittel benutzt. Sie sollten bei unterschiedlichen Krankheiten helfen, wie z.B. Epilepsie , Melancholie oder auch Nasenbluten.
Siehe auch: Elm (Mittelgebirge)
Vor 230 Millionen Jahren, als unsere Gegend den Meeresboden des Germanischen Muschelkalkmeeres bildete, war die Seelilie Encrinus liliiformis eines der häufigsten Lebewesen am Meeresgrund. Es gab sie so zahlreich, dass ihre fossil erhaltenen Stielglieder, die sog. Trochiten, die heutigen Gesteinsschichten des Trochitenkalk im Elm bilden.
Allerdings war Encrinus liliiformis keine Pflanze, die im Meer wuchs, sondern ein Tier. Ihr Name stammt aus der Zeit, als die Lebewesen noch nach ihrem Erscheinungsbild benannt wurden. Dieses ähnelt mit einem mehr oder weniger langen dünnen Stiel und einer blütenähnlichen Krone tatsächlich einer Blütenpflanze.
Unterdevon
Hunsrück/Schiefergrube Simmern
Cupresrocrinits-albreviatus
5,5 cm
Deven Hillesheim/Eifel
Paläocoma egertoni
Lias delta
Eype England