Die Fossiliensammlung von Gustav Rheingans
Die Sammlung von Herrn Rheingans, die er über einen Zeitraum von gut 20 Jahren gemeinsam mit seinem Sohn zusammengetragen hat, umfasst sowohl zahlreiche Lokalfunde - schwerpunktmäßig hierbei Funde aus dem Lias (speziell dem Oberpliensbach) von Bielefeld und heteromorphe Ammoniten aus dem Teutoburger Wald, als auch - unter anderem! - Stücke aus Frankreich (Pariser Becken und Calvados). Neben den (natürlich komplett selbst gefundenen) Fossilien, hat sich im Laufe der Zeit auch eine schöne Mineraliensammlung ergeben, weil viele Fossilfundpunkte am Rande auch Sammelmöglichkeiten für Mineralien bieten.(Mineraliensammler mögen das genau anders herum sehen.
Der 81-jährige Gustav Rheingans vor Teilen seiner Sammlung.
Das große Euaspidoceras im Hintergrund kann auf einem der nachfolgenden Bilder aus der Nähe betrachtet werden.
Teilweise wunderschön calzitisierte Ammoniten aus dem Lias (genauer: Unterpliensbach) von Fresney-le-Puceux bei Caen (Calvados). Auf der Stufe in der linken Hälfte des Vordergrundes sitzt der begehrte Zonenleitammonit Tragophylloceras ibex. Bei den anderen Ammoniten handelt es sich um Acanthopleuroceraten.
Große Brocken aus dem Calvados - links ein Lytoceras cf. jurense, rechts ein Lytoceras fimbriatum.
Ein weiteres Exemplar von Acanthopleuroceras aus Fresney mit einem Durchmesser von etwa 8 cm.

Dazwischen noch eines der tollen Exemplare von Acanthopleuroceras aus Fresney-le-Puceux.
Ein großes Euaspidoceras aus dem Malm von den "Falaises des vaches noires" zwischen Houlgate und Viller-sur-mer.
Eine schöne Schnecke aus dem Braunjura (Dogger) von der Küstenfundstelle Ste. Honorine des Pertes (Normandie).

Ein buntes Gemisch: Die beige-braune Schnecke links stammt ebenfalls aus Ste. Honorine, während die Pleuroceraten - wie sollte es anders sein -aus dem fränkischen Jura kommen, die Schlotheimia aus der Mitte ist ein Fund aus Bielefeld und die zwei hübschen Turmschnecken kommen aus dem Pariser Becken.
Liebevoll sortierte kleine Muscheln und Schnecken aus dem Pariser Becken.

Ein heteromorpher Ammonit (Hyphantoceras) aus der Oberkreide des Teutoburger Waldes, dahinter ein Ammonit, der aus Porta Westfalica stammt.
Ein Scaphites aus der Oberkreide des Teutoburger Waldes, umgeben von kreidezeitlichen Seeigeln aus der selben Fundgegend.
Einige heteromorphe Ammoniten der Art Hyphantoceras reussianum, natürlich aus dem Teutoburger Wald.

Im Vordergrund sind einige Pflanzenfossilien zu sehen, dahinter Belemniten und Amaltheen aus dem Oberpliensbach von Bielefeld.

Ein 3-4 cm großer Amaltheus in einer Tonsteingeode aus dem Oberpliensbach von Bielefeld.
Die weißschaligen Ammoniten sind Pleuroceras spinatum aus Unterstürmig, während der Promicroceras planicosta auf Matrix (linke untere Bildhälfte) aus England und der große Cardioceras rechts unten aus Frankreich ("Falaises des vaches noires") stammt.
Weitere Ammoniten der Gattung Pleuroceras, unverkennbar aus Unterstürmig.
Unschwer zu erkennen - es befinden sich auch Stücke aus dem Schwäbischen Jura in der Sammlung von Gustav Rheingans. Rechts unten ein Lytoceras, links unten ein Belemnit aus Holzmaden und oben ein Arietites sp.
Ein echtes Prachtstück der Sammlung - wunderbar präpariert - ist dieser Hyphantoceras reussianum. Beeindruckend ist diese Präparation erst recht vor dem Hintergrund, dass ohne Druckluftstichel und Sandstrahlgerät gearbeitet wurde. Lediglich ein Vibrograph diente als Hilfsmittel, ansonsten wurde mit Hammer und Meißel bzw. schabend gearbeitet.

Dieser große Fischsaurierwirbel ist eines der seltensten und damit beachtlichsten Stücke der Sammlung - er stammt aus dem Oberpliensbach von Bielefeld-Jöllenbeck. Für den Titel des Zeitungsartikels von 1995 ("Dinosaurier in Jöllenbeck") war dieser Wirbel im Übrigen der Anlass.
Bei seinen zahlreichen Exkursionen besuchte Gustav Rheingans natürlich auch die Eifel, von wo auch diese große Brachiopode (Spiriferina) stammt.
Freilich hat die Sammlung noch einiges mehr zu bieten - ich hoffe dennoch mit diesem Bericht einen kleinen Eindruck von dem, was es zu sehen gibt, vermittelt zu haben.
Gleichzeitig danke ich dem Betreiber der Internetseite: www.steinkern.de für die freundliche Unterstützung und der Erlaubnis diese Sammlung hier vorstellen zu dürfen.