Eric Bonn's Fossiliensammlung:

Unsere Welt vor Jahrmillionen 35 Jähriger Troisdorfer steckt alles in sein Hobby


Dass andere nach Herzenslust die südliche Urlaubssonne genießen oder irgendwo auf Skiern schneebedeckte Pisten herunterdüsen, lässt Eric Bonn aus Troisdorf kalt. Seine Freizeit verbringt er an ganz anderen Örtlichkeiten: z.B. in in- und ausländischen Kiesgruben, Steinbrüchen, Braunkohlebergwerken - immer auf der Suche nach den Überresten längst vergangener Zeiten. Ausgerüstet mit Spaten und Hacke, Hammer und Meißel gräbt sich der 35jährige dann buchstäblich in unser aller Vorgeschichte ein und fördert mit unermüdlichem Taten. drang immer neue Spuren von Lebewesen und Pflanzen zutage, die teils bis zu 380 Millionen Jahre vor unserer Zeitrechnung existiert haben.

Erik Bonn ist leidenschaftlicher Fossiliensammler und Hobby-Paläontologe (Wissenschaft von der Entwicklung der Lebewesen in der Erdgeschichte) - und das nun schon seit mehr als 13 Jahren. In dieser langen Zeit hat der Sammler, dem Experten eine außergewöhnliche Fachkenntnis bescheinigen, viele tausend versteinerte Überreste urweltlicher Tiere und Pflanzen entdeckt, in mühseliger Kleinarbeit aus ihrer Umgebung herausgelöst, mit Schaber und Skalpell gesäubert und mittels spezieller Chemikalien konserviert. Seine komplette Sammlung eigenständig zu präparieren, das dürfte Eric Bonn - bei aller Liebe - zu einer wahrhaft unendlichen Geschichte werden, denn: "Pro Stück brauche ich dafür etwa zwei Tage. Doch immer wieder kommen unzählig viele neue Stücke hinzu".

Wer seine (elterliche) Wohnung betritt und sich dort umschaut, fühlt sich wie nach der Fahrt mit einer Zeitmaschine in eine andere Welt versetzt. Wenn anderswo Komfortmöbel oder Hightech-Geräte als Blickfang dienen, sind es hier andere Werte: z.B. prähistorische Urrind - Skelette (Wisent) oder Seekuh - Gerippe, versteinerte Turmschnecken oder Haifischzähne, Urkrebse (Trilobite) oder Mammutknochen, Saurierwirbel oder Barsch - Abdrücke sowie die Reste der ersten geflügelten Insekten und Reptilien. Auch die Pflanzenwelt in ihren kaum mehr vorstellbaren Urwüchsen ist reichlich vertreten: In Wohn-, Schlaf. und Kellerräumen entdeckt der unwissende Besucher (natürlich erst über Bonns Erklärungen) die sichtbaren Zeichen uralter Farne, Schachtelhalme, Nadelhölzer oder auch Bärlappengewächse. Alle einzelnen Sammelstücke aufzulisten. das würde bei dem Troisdorfer Hobby-Paläontologen längst einen ganz dicken Versandhauskatalog füllen.

Der ansonsten recht bescheiden wirkende Eric Bonn, der seit nunmehr 16 Jahren als Arbeiter in der Pharmabranche tätig ist und sein ganzes Geld immer wieder ins Fossilien-Sammeln steckt, machte Ende der 80er Jahre erstmals öffentlich von sich reden:

Damals überließ er einen 500-teiligen Querschnitt aus seiner umfangreichen Sammlung (nicht nur aus Platznöten) dem Sieglarer Gymnasium, sondern auch deshalb, "um damit noch vielen anderen Menschen solche bedeutenden Fundstücke zugänglich zu machen", Auch in Museen waren Bonnsche Fossilien schon ausgestellt. Bei allem Stolz auf den eigenen Erfolg: Ein großes Handicap hat der 35-jährige Troisdorfer - er ist sprachbehindert, was ihm den direkten Kontakt zu anderen Menschen sehr erschwert.

Aus diesem Grunde heraus wendete sich Bonn letztlich den stummen Zeitzeugen zu, was ihn seither überaus glücklich macht. Denn, so Bonn: "Die intensive Beschäftigung mit Fossilien aus aller Welt - sie lenkt mich auf wunderbare Weise von meiner Sprachbehinderung ab."